· 

Prinzipien der Manuellen Therapie nach Kaltenborn-Evjenth

  • Bewegung besteht aus Osteokinematik (Bewegung der Knochen) und Arthrokinematik (Bewegung , die im Gelenk stattfindet).
  • Diese Arthrokinematik ist aus einer Roll-, Gleitbewegung zusammengesetzt.
  • Das Gleiten findet immer parallel zur Behandlungsebene statt.
  • Konvex-Konkav-Regel: Die Behandlungsebene ergibt sich aus dem konkaven Gelenkspartner, Das Gleiten findet parallel dazu statt, die Traktion steht immer im rechten Winkel dazu. Wird der konvexe Gelenkspartner bewegt- wie bei der Schulter- ist die Behandlungsebene aus er Linie zwischen dem Coracoid und dem hinteren Winkel des Acromion (Schulterdach).Egal in welchen Winkel der Oberarm steht. Das Gleiten wird immer parallel/translatorisch dazu mobilisiert und die Traktion in 90 Grad dazu. Ist der bewegte Gelenkspartner der konkave Teil, wie beim Kniegelenk, verändert sich die Behandlungsebene, sie geht mit der Bewegung mit, wie auch die jeweilige Traktion. Kompression nur bei Untersuchung.
  • Findet dieses "Rollgleiten" im Gelenk nicht statt, kann es zu einer ungleichmäßigen Belastung kommen: auf einer Seite zu viel Druck, auf der anderen Seite klafft das Gelenk auseinander. Konvex=gegensinnig, konkav=gleichsinnig.
  • Gelenksstellungen: Nullstellung, Ruhestellung (Schmerzbehandlung: für jedes Gelenk definiert: Kapsel soll maximal entspannt sein), aktuelle Ruhestellung, verriegelte Stellung (maximale Spannung auf die Kapsel, am wenigsten Bewegungsspiel).
  • Gekoppelte Bewegung: =physiologische Bewegung: großes Bewegungsausmaß
  • Nicht gekoppelte Bewegung: =kleine Bewegung, härteres Endgefühl, nicht unbedingt physiologisch. Obere HWS über 2. Halswirbel: gekoppelt: Latflex rechts, Rotation links, darunter Latflex rechts und Rotation rechts. Unterhalb vom 4. Brustwirbel: Flex/Latflex und Rot nach rechts
  • Kapselzone: TOE- Zone: keine Spannung, elastische Zone: Kollagene Fasern richten sich auf, plastische Zone: Rupturen..
  • Behandlungsgrade: Stufe I: minimale Traktion, so klein, dass keine Spannung in Kapsel: Schmerzreduktion, Stufe II: Sluck aus dem Gewebe rausnehmen an den Beginn des Gewebswiderstandes, erster Stopp, Stufe III: Dehnungsbereich bis 2. Stopp.
  • Bewegungseinschränkung: funktionell/reflektorisch: Gelenk wäre normal beweglich, aber Schutzmechanismus/Schmerzen: viele Techniken möglich, Grad I-II; strukturelle Einschränkungen: Ruhigstellung über 6 Wochen, Veränderung in der Kapsel, Lipidbrücken, pathologische Crosslinks, Verklebungen: hier braucht es Gelenkstechniken., bis Grad III: Taktion und Gleittechniken: lange gehalten oder intermittierend, Selbstmobilsation. 3 x 2 Minuten
  • Traktion zuerst in Ruhestellung, dann immer weiter bis zur aktuellen Endstellung.
  • Mobilisation in der Wirbelsäule: mit Keil auf Dornfortsätze.
  • Funktionsgleiten: Gleiten mit physiologischer Bewegung: Schulter: ABD mit Caudalgleiten, um neugewonnene Bewegung zu festigen. Ändert nichts an der Kapsel, schmerzfrei bis maximal zum ersten Widerstand. Schub aufbauen und bei gesamter Bewegung bleiben bis wieder zur Ruhestellung, erst dann loslassen.
  • Fixation des stabilen Partners mit Gurten.
  • Funktionsmassage: entlang vom Muskelverlauf während der Dehnung, Bewegung des Gelenks. Schub im Längsverlauf des Muskels, reflektorische Detonisierung. Kontakt halten, nicht auf der Haut rutschen, ohne Öl!!
  • Faszientechnik mit Faszienhaken: eine Hand haltet Haken, andere Hand mobilisiert, keine "blauen Flecken".
  • Manipulationen: rechtlich seit 2012 möglich nach ärztlicher Anleitung.
  • Wie Mobilisationstechnik, in Ruhestellung, in Grad II vorspannen, dann schneller Impuls von GradII auf Grad III, nur ganz kurz ohne Rotation. Soll nachher schmerzfrei sein.

Clinical Reasoning Process (CRP): working progress: Untersuchung:

  • Während Untersuchung und Behandlung auch untersuchen und Hypothesen bilden.
  • Ständiger Prozess
  • Signs und Symptoms müssen zusammenpassen:
  • Signs: Krankheitszeichen oder Einschränkungen
  • Symptoms: Schmerz, Schwäche, Schwindel
  • Ziel: Biomechanische Störungen finden.
  • Keine Suggestivfragen
  • Anamnese: Kontraindikationen, Heilungsphasen, zentrales Schmerzgeschehen? akut oder chronisch (nach 3-6 Monaten)? Muskel oder Knochen?
  • Wo, Wie, seit wann, wann (jetzt), wodurch beeinflussbar, womit verbunden? VAS, 24h, Nachtschmerz: Tumor, Arthrose: morgens, andere Erkrankungen, Stress, Schlaf, Ernährung, Medikamente...kurz nocheinmal mit Patienten durchgehen.
  • Arbeitshypothese
  • Inspektion
  • Bereichslokalisation: Ziel: möglichst schnell und zuverlässig Ursache finden. Nur bei on/off Schmerz möglich.
Download
Untersuchung.pdf
Adobe Acrobat Dokument 130.8 KB

Kommentar schreiben

Kommentare: 0